Mercedes-Benz bringt sein Betriebssystem MB.OS und seine Fahrzeugkompetenz in die Kooperation ein. Nvidia steuert die Hyperion-Plattform für Rechen- und Sensorarchitektur, den KI-gestützten Alpamayo-Stack für Fahrsoftware sowie Halos als zusätzliche Sicherheitsarchitektur bei. Die Systeme sollen zusammen neue Fahrfunktionen ermöglichen und Over-the-Air-Updates unterstützen.
Alpamayo soll Funktionen wie Assistenz bei Fahrten durch Städte von einem Ausgangspunkt zu einem Ziel, aktive Sicherheit und automatisiertes Parken ermöglichen. Halos ergänzt Mercedes’ Sicherheitsarchitektur um einen zweiten Sicherheits-Stack mit zusätzlichen Redundanzen und Schutzmechanismen. Die Unternehmen richten die Entwicklung sowohl auf heutige Fahrerassistenz als auch auf künftige Anwendungen nach SAE-Level 4 aus. Bei diesem Automatisierungsgrad kann ein Fahrzeug unter festgelegten Bedingungen sämtliche Fahraufgaben übernehmen.
Als Ziel nennen die Partner sicheres hochautomatisiertes Fahren im kommenden Jahrzehnt. Zu den möglichen Anwendungen zählen nach Angaben der Unternehmen auch Robolimousinen. Nvidia-Technik soll außerdem in Simulationen für die Fahrzeugentwicklung und im Produktionsökosystem MO360 eingesetzt werden. Damit wollen Mercedes-Benz und Nvidia Effizienz, Flexibilität und Qualität im weltweiten Produktionsnetzwerk steigern.
Die Zusammenarbeit baut auf einer 2020 angekündigten Kooperation auf, bei der eine Fahrzeugcomputer- und KI-Plattform entwickelt werden sollte. Die neue Vereinbarung verbindet neben der Rechnertechnik auch Betriebssystem, Sensorik, Fahrsoftware und Sicherheitsarchitektur. Für Mercedes umfasst der Bereich automatisiertes Fahren zudem den Drive Pilot, ein System nach SAE-Level 3. Es wurde 2026 mit der Modellpflege der S-Klasse aus dem Angebot genommen; zuvor war eine Version mit einer Höchstgeschwindigkeit von 95 km/h genehmigt worden.
