Der Open Source Summit Europe 2026 fand vom 7. bis 9. Oktober in Prag statt. Am 8. Oktober präsentierte Min Liu, Executive Director von openKylin, in einer Keynote die Ausrichtung des Projekts. Die zentrale Idee: Betriebssysteme sollen nicht mehr nur Ressourcen wie Prozessorzeit, Arbeitsspeicher und Dateien verwalten, sondern Nutzerabsichten erkennen und passende Aktionen koordinieren. Dafür beschreibt openKylin einen Ablauf aus Verstehen, Planen, Ausführen und Beobachten.
Die vorgeschlagene Architektur besteht aus drei Ebenen. Die Laufzeitschicht umfasst KART als gemeinsame KI-Laufzeit sowie die lokale Inferenz-Engine kytensor. Darüber liegt eine Umgebung für die Ausführung von Agenten, darunter KylinBot, Kylin-CUA und Agenten von Drittanbietern. Die dritte Ebene stellt Werkzeuge über APIs und Fähigkeiten zur Bedienung der grafischen Oberfläche bereit. Laut openKylin sollen Berechtigungsgrenzen und eine Überwachung der Ausführung deren Einsatz kontrollieren.
In openKylin 3.0 zeigt sich der Ansatz laut Projekt in drei Desktop-Funktionen: Ein KI-Assistent soll die Eingabe von Absichten statt das Suchen nach einzelnen Funktionen in den Mittelpunkt stellen. Die globale intelligente Suche soll Inhalte semantisch auffindbar machen. Der „Intelligent Space“ ordnet Informationen nach Aufgaben und nicht nach Ordnern. Wie diese Funktionen im Detail bedient werden oder welche Agentenaktionen sie unterstützen, geht aus der Präsentation nicht hervor.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Unterstützung von RISC-V-Hardware. openKylin meldet für Optimierungen von RVV-Kernels eine 2–5× höhere FP32-Inferenzgeschwindigkeit mit ONNX Runtime. Auf dem SpacemiT K3 soll die KI-Umgebung außerdem CPU-Inferenz mit vLLM unterstützen. Die Software wird nach Angaben des Projekts in mehreren Formaten bereitgestellt: als .deb-Paket, Python-Wheel, Conda-Paket und Docker-Image. openKylin will Optimierungen und Unterstützung für Inferenz-Frameworks auch in vorgelagerte Open-Source-Projekte einbringen.
