Das Buch ist bei W.W. Norton erschienen. So, Sloan Distinguished Professor of Global Economics and Behavioral Science an der MIT Sloan School of Management, verbindet darin Forschung mit persönlichen Beobachtungen. Er schreibt, dass KI Aufgaben schneller erledigen und als spezialisiertes Werkzeug nützlich sein kann. Zugleich beschäftigt er sich mit den möglichen Kosten, wenn Menschen sich zu stark auf die Technologie verlassen.
So zufolge kann intensive KI-Nutzung zu einer Art kognitivem Abbau führen: Menschen könnten wichtige Denkfähigkeiten nicht ausreichend entwickeln oder verlieren. Besonders beim Lernen sei es wichtig, sich mit einem Thema selbst auseinanderzusetzen, zunächst an Schwierigkeiten zu arbeiten und den eigenen Ansatz wiederholt zu überarbeiten. Dabei würden Wissen und Denkfähigkeiten besser erhalten, argumentiert So.
Als einen Beleg aus der Forschung führt das Buch eine Untersuchung von Anthropic an. Demnach waren etwa die Hälfte der Anfragen von Studierenden an Hochschulen einfache Fragen, die mit geringem Aufwand auf kurze Antworten zielten. So schildert auch, dass Studierende KI mitunter für Hausaufgaben nutzten, bei denen sie sich sonst selbst mit dem Stoff beschäftigt hätten. Seine Einschätzung stützt sich nach MIT auf aktuelle Forschung von So und anderen aus Wissenschaft und Industrie.
So beschreibt außerdem einen gesellschaftlichen Druck zur KI-Nutzung: Menschen wollten geistige Anstrengung vermeiden, während der Einsatz durch andere den Eindruck verstärke, man müsse mithalten. In manchen Organisationen sei die Nutzung laut So inzwischen Teil der Leistungsbewertung und könne für Bonus oder Beförderung relevant sein. Er warnt, dass dadurch Fähigkeiten, die Menschen erst aufbauen sollen, weniger geübt werden könnten. Das Buch betrachtet damit nicht nur individuelle Entscheidungen, sondern auch Anreize in Unternehmen und Bildungseinrichtungen.
