Der Indie-Spieleentwickler Popcar beschreibt eine neue Welle KI-gestützter Dekompilierung. Dabei wird vorhandene Spielesoftware so aufbereitet, dass sie verändert oder auf anderer Hardware zum Laufen gebracht werden kann. Der Beitrag nennt ungewöhnliche Mash-ups aus bestehenden Spielen als eine mögliche Folge. Konkrete Titel oder Beispiele für solche Projekte führt er nicht an.
Ein weiterer Einsatzbereich ist die Bewahrung älterer Spiele. Dekompilierte Titel können portiert, angepasst und erweitert werden. Projekte dieser Art bringen Spiele laut Popcar teils auch im Browser zum Laufen, etwa mithilfe von WebAssembly. So können ältere Spiele auf neuer Hardware zugänglich werden. Der Beitrag verbindet das mit der Frage, was mit Spielen geschieht, wenn sie vollständig digital vertrieben werden oder auf Server angewiesen sind, die später abgeschaltet werden.
Die Entwicklung hat nach der Darstellung auch eine problematische Seite: Wenn sich Spiele und andere Programme dekompilieren lassen, könnten sie ohne Zustimmung ihrer Hersteller verändert oder weiterverwendet werden. Der Beitrag führt als mögliche Folgen an, dass Unternehmen Software von Wettbewerbern übernehmen oder kostenpflichtige Spiele und Apps gegen den Willen ihrer Anbieter als Open Source veröffentlichen könnten. Diese Beispiele werden als Risiken beschrieben, nicht als nachgewiesene Fälle.
Damit betrifft die Entwicklung nicht nur die Erhaltung alter Spiele, sondern grundsätzlich auch den Umgang mit Software. Popcars Darstellung reicht über Videospiele hinaus und bezieht Programme allgemein ein. Wie weit KI-Werkzeuge die Dekompilierung erleichtern und welche konkreten Auswirkungen sich daraus für Entwickler, Anbieter oder Nutzer ergeben, wird nicht beziffert. Als offene Spannung bleibt der Gegensatz zwischen dem Erhalt älterer Spiele und dem fehlenden Einverständnis der Rechteinhaber bei einer Weiterverwendung bestehen.
