Die drei Anwendungen gehören zu Thomas’ ArtCraft-Projekt und sollen Microsoft Word, Excel und PowerPoint nachbilden. WordCraft ist für Textverarbeitung gedacht, GridCraft für Tabellen und DeckCraft für Präsentationen. Die Programme stehen kostenlos auf GitHub bereit. Thomas bezeichnet die Nachbauten als Clean-Room-Implementierungen: Sie sollen ohne Zugriff auf den ursprünglichen Softwarecode entstanden sein. Das soll nach seiner Darstellung auch im Hinblick auf mögliche Urheberrechtsklagen relevant sein.
Für die Entwicklung kam laut den vorliegenden Angaben Anthropics Modell Claude Opus 5.5 zum Einsatz. WinFuture berichtet zudem, dass die Programme in Rust geschrieben wurden und mit WebAssembly auch im Browser laufen können. Die Office-Apps folgen auf weitere ArtCraft-Nachbauten, die Programme von Adobe wie Photoshop, Illustrator und Premiere ersetzen sollen. Thomas hat die Projekte als Open Source veröffentlicht.
Wie umfassend die neuen Programme bereits funktionieren, ist offen. Die Apps enthalten nach den Angaben noch nicht sämtliche Funktionen ihrer Vorbilder; bis zu einer vollständigeren Umsetzung könnten laut Thomas noch einige Monate vergehen. Auch ihre Alltagstauglichkeit ist umstritten. Kritisiert werden mögliche Fehler und die schwer einzuschätzende Zuverlässigkeit von Anwendungen, die stark mit KI-Unterstützung entwickelt wurden.
Thomas stellt das Projekt auch als Reaktion auf Software-Abonnements dar. Bei den Diskussionen über die Klone wird zugleich darauf hingewiesen, dass viele Nutzer nicht nur einzelne Programme, sondern auch die dazugehörigen Cloud-Umgebungen verwenden. Diese lassen sich nicht ohne Weiteres durch die ArtCraft-Apps ersetzen. Zudem bleibt die Frage nach dem Urheberrecht relevant. Die drei Open-Source-Programme sind damit zwar verfügbar, ersetzen die Office-Apps aber nicht nachweislich in allen Funktionen.
