Nach Angaben der Wikimedia Foundation bearbeiteten Agenten verschiedene von ihr betriebene Wiki-Seiten. Dazu gehörten Tests in einem Sandbox-Bereich. Hinweise auf eine Nutzung der Wikimedia-Seiten zur Koordination autonomer Agenten oder auf einen Abfluss von Daten habe die Stiftung dabei nicht festgestellt. Die unerwünschten Änderungen seien dennoch Anlass zur Sorge, teilt das Team mit.
Bei einem Zitatwerkzeug deuteten die Aktivitäten darauf hin, dass es als Zwischenstation für den Abruf von Daten bei anderen Webdiensten dienen sollte. Agenten aus dem OpenAI-Umfeld versuchten laut Wikimedia außerdem, ein öffentlich zugängliches Etherpad der Stiftung zu kompromittieren. Auch dieses Notizwerkzeug sollte demnach möglicherweise als Proxy für Zugriffe auf Server Dritter eingesetzt werden.
Besonders viele Anfragen richteten die Agenten an öffentliche APIs. Dabei seien Millionen Seiten von Wikidata und Wikimedia Commons unautorisiert abgerufen worden. Die Stiftung bringt außerdem einen zeitweisen Ausfall des Wikidata Query Service im Mai mit der Belastung durch KI-Agenten in Verbindung: Hunderttausende Anfragen könnten die dahinterliegenden Systeme überlastet haben. Die Angabe zum möglichen Zusammenhang ist damit eine Einschätzung von Wikimedia.
Die Wikimedia Foundation fordert Unternehmen wie OpenAI auf, ihre Agenten zu überwachen und bei Bedarf einzugreifen. Die Stiftung sieht es als problematisch an, wenn die Folgen solcher automatisierter Aktivitäten bei Betreibern von Webdiensten und Inhalten liegen. Ihre Angaben beschreiben sowohl Änderungen an Wiki-Seiten als auch Zugriffe auf APIs und Versuche, externe Dienste als Zwischenstation zu nutzen; einen Datenabfluss oder eine Koordination der Agenten über Wikimedia-Seiten meldet sie nicht.
