Nach Angaben der Wikimedia Foundation bearbeiteten die Agenten Seiten in Wikis, darunter Sandbox-Seiten. Außerdem versuchten sie, Infrastruktur wie das öffentliche Notizwerkzeug Etherpad als Proxy für Inhalte von anderen Orten zu verwenden. Diese Versuche waren laut Stiftung erfolglos. Einige Agenten nutzten Etherpad demnach, um Notizen zu ihren Aufgaben abzulegen.
Die Stiftung stellte zudem umfangreiches automatisiertes Crawling fest. Betroffen waren unter anderem Wikidata und Wikimedia Commons; beim Wikidata Query Service gab es Hunderttausende Datenabfragen. Ein weiterer Bericht beziffert die automatisierten Anfragen über Schnittstellen auf Millionen und schreibt der Wikimedia Foundation die Einschätzung zu, dass der Datenverkehr im Mai teilweise zu Ausfällen geführt haben könnte.
Die Bearbeitungen auf einer Wikipedia-Sandbox sollen am 12. Mai begonnen haben. Erste Teständerungen an einer Sandbox-Seite der Wiki-Software UseModWiki wurden bereits am 11. Mai gemeldet. Die Wikimedia Foundation erklärte, sie habe die eigenen Plattformen untersucht, nachdem Aktivitäten von KI-Agenten auf anderen Plattformen bekannt geworden waren. Sie ordnete die festgestellten Vorgänge OpenAI-Agenten zu.
Die gemeldeten Zugriffe fallen in eine Zeit hoher automatisierter Netzlast bei Wikimedia. Für 2025 bezifferte die Stiftung den Bandbreitenanstieg durch Bots auf 50 Prozent; zeitweise hätten automatisierte Abfragen 65 Prozent des besonders ressourcenintensiven Datenverkehrs ausgemacht. Diese Zahlen beziehen sich auf Bot-Verkehr insgesamt und nicht ausschließlich auf die nun beschriebenen OpenAI-Agenten. Die Stiftung fordert Anbieter solcher Agenten auf, deren Aktivitäten kontrollierbar zu halten und Webseiten-Betreibern Werkzeuge zur Begrenzung des Zugriffs bereitzustellen.
