Solana Foundation kündigte das Programm am 6. Oktober in New York an. Solana DvP ist unter der MIT-Lizenz veröffentlicht und stellt Finanzinstituten eine offene API für Delivery-versus-Payment-Abwicklungen bereit. Bei diesem Verfahren werden Geld und Vermögenswert gleichzeitig übertragen: Die Transaktion wird entweder vollständig ausgeführt oder gar nicht. Die Foundation gibt an, dass die Abwicklung dadurch in Sekunden statt über mehrere Tage erfolgen soll.
Bislang seien institutionelle Geschäfte auf der Blockchain häufig über eigens entwickelte Smart Contracts abgewickelt worden. Solana DvP soll dafür einen gemeinsamen Standard bieten. Nach Darstellung der Foundation können zwei Handelspartner einen beliebigen Abwicklungsagenten einbinden, etwa eine Bank, einen Verwahrer oder eine Börse. Unterstützt werden SPL Token und Token-2022. Dazu zählen auch Token-Erweiterungen wie Permanent Delegate, pausierbare Token und Transfer Hooks.
J.P. Morgan brachte nach Angaben der Solana Foundation Fachwissen zu Abläufen und Anforderungen bei der Wertpapierabwicklung ein. Die Bank erklärte, sie habe ihre Erfahrung mit der Abwicklung von Wertpapieren beigesteuert. Die Foundation stellt zugleich klar, dass J.P. Morgans Beteiligung auf diesen fachlichen Input beschränkt war. Die Bank habe Solana DvP weder entwickelt noch betrieben, genehmigt oder zertifiziert und bürge nicht für das Programm oder dessen Leistung.
Solana Foundation zufolge wurde Solana DvP externen Sicherheitsprüfungen unterzogen und ist für den Einsatz mit realen Mitteln bereit. Zugleich sucht die Foundation nach Designpartnern und frühen Teilnehmern vor der Produktionsfreigabe. Als nächsten Entwicklungsschritt plant sie, Datenschutzfunktionen einzubauen, damit Abwicklungen privat und vertraulich erfolgen können. Das Programm soll auf öffentlicher Blockchain-Infrastruktur laufen; die Foundation beschreibt die Abwicklung als atomar und mit Finalität innerhalb von Sekunden.
