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EZB skizziert Strategie für Digital-Euro und tokenisierte Finanzmärkte

EZB-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone hat am 6. Oktober 2026 die Pläne der EZB für digitales Zentralbankgeld erläutert. Dazu zählen die Vorbereitung eines Digital-Euro für den Alltag und die Abwicklung tokenisierter Geschäfte mit Zentralbankgeld.

Symbolbild: EZB skizziert Strategie für Digital-Euro und tokenisierte Finanzmärkte
Symbolbild · KI-generiert

In einer Rede beim MNI Connect Webcast stellte Cipollone die Vorhaben als Teile einer gemeinsamen Strategie dar. Die EZB wolle öffentliches Geld auch im digitalen Umfeld verankern und zugleich das bestehende zweistufige Geldsystem erhalten, in dem Zentralbankgeld und privates Geld nebeneinander bestehen. Zentralbankgeld sei der risikofreie Abwicklungswert; die Umtauschbarkeit von Geschäftsbankgeld zum gleichen Nennwert stütze das Vertrauen und den einheitlichen Wert des Euro im Euroraum.

Für Zahlungen im Alltag bereitet die EZB einen Digital-Euro vor. Cipollone begründete den Bedarf unter anderem damit, dass es bislang keine europäische digitale Zahlungsmöglichkeit gebe, die in allen Ländern des Euroraums und für alle wichtigen Anwendungsfälle funktioniere. Nach seinen Angaben laufen zwei Drittel der Kartenzahlungen im Euroraum über internationale Kartensysteme. Von den 21 Ländern des Euroraums hätten 13 kein eigenes nationales Kartensystem. Bestehende nationale Lösungen deckten zudem nicht immer alle Anwendungsfälle ab und seien nicht ohne Weiteres in anderen Ländern nutzbar.

Auch private europäische Zahlungsangebote könnten nach Cipollones Darstellung bislang nicht auf europäischer Ebene mit internationalen Lösungen konkurrieren. Als Hindernis nannte er die Kosten, die ein einzelner Anbieter für den Aufbau eines europaweiten Akzeptanznetzes tragen müsste. Eine kürzlich angekündigte Interoperabilitätsplattform, über die private Zahlungslösungen ihre Kunden verbinden könnten, begrüßte er. Grenzüberschreitende Zahlungen machten jedoch nur 5% des Marktes aus; Interoperabilität erweitere weder die Akzeptanz im Inland noch die abgedeckten Anwendungsfälle.

Für Finanzmärkte mit tokenisierten Vermögenswerten will die EZB laut Cipollone sicherstellen, dass Zentralbankgeld zur Abwicklung eingesetzt werden kann. Dafür nannte er Pontes; parallel solle die EZB mit dem Markt über Appia das breitere digitale Finanzökosystem mitgestalten. Cipollone warnte, geschlossene und nicht kompatible Plattformen ohne sicheres Abwicklungsinstrument könnten die Fragmentierung verstärken und die Einheitlichkeit des Geldes schwächen. Als weiteres Ziel führte er an, die Abhängigkeit Europas von Infrastrukturen und Technologien unter Kontrolle anderer zu verringern.

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Quellen

  • EZBPrimärquelle© Europäische Union, CC BY 4.0 – zusammengefasst und übersetzt.

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