Künstliche Intelligenz
AGI · API · Benchmark · EU-KI-Verordnung · Feinabstimmung · GPU / KI-Chip · Halluzination · Inferenz · KI-Agent · Kontextfenster · Multimodal · Offene Gewichte / Open Source · Parameter · Prompt · RAG · Reasoning-Modell · Rechenzentrum · Sprachmodell · Token · Training
AGI #
Hypothetische KI, die Menschen bei fast allen geistigen Aufgaben ebenbürtig ist.
AGI (Artificial General Intelligence) bezeichnet eine KI, die nicht nur Spezialaufgaben, sondern praktisch alles Geistige so gut wie ein Mensch kann. Wann – oder ob – das kommt, ist umstritten; eine allgemein anerkannte Definition gibt es nicht.
API #
Programmierschnittstelle – darüber binden Entwickler KI-Dienste in eigene Software ein.
Über eine API (Application Programming Interface) können Programme direkt mit einem Dienst sprechen, etwa um ein Sprachmodell aufzurufen. Abgerechnet wird dort meist nach Verbrauch, zum Beispiel pro Million Tokens.
Benchmark #
Standardisierter Test, mit dem man KI-Modelle vergleicht.
Benchmarks sind Aufgabensammlungen – etwa Mathe, Programmieren oder Fachwissen –, auf denen Modelle Punkte sammeln. Sie helfen beim Vergleich, sagen aber nicht alles: Modelle können auf bekannte Tests optimiert sein, und im Alltag zählt oft anderes.
EU-KI-Verordnung (AI Act) #
EU-Gesetz, das KI-Systeme nach ihrem Risiko einteilt und Pflichten festlegt.
Die KI-Verordnung der EU verbietet bestimmte Anwendungen (etwa Social Scoring), stellt strenge Regeln für Hochrisiko-KI auf und verlangt Transparenz, zum Beispiel bei KI-generierten Inhalten. Die Pflichten greifen schrittweise seit 2025.
Feinabstimmung (Fine-Tuning) #
Nachtraining eines fertigen Modells für eine bestimmte Aufgabe oder einen bestimmten Stil.
Beim Fine-Tuning wird ein bereits trainiertes Modell mit wenigen, gezielten Beispielen weitertrainiert – etwa für Fachsprache, einen Firmenton oder eine Spezialaufgabe. Das ist viel günstiger als ein Modell neu zu trainieren.
GPU / KI-Chip #
Spezialprozessor, der die vielen parallelen Rechnungen für KI schnell erledigt.
Grafikprozessoren (GPUs) wurden für Spiele erfunden, eignen sich aber hervorragend für KI, weil sie Tausende Rechnungen gleichzeitig ausführen. Nvidia dominiert den Markt; AMD, Google (TPU) und andere bauen eigene KI-Chips.
Halluzination #
Wenn eine KI überzeugend klingende, aber falsche Angaben erfindet.
Sprachmodelle erzeugen wahrscheinlichen Text, keine geprüften Fakten. Deshalb können sie Quellen, Zahlen oder Zitate erfinden, die plausibel klingen. Nachschlagen (RAG), Quellenangaben und Gegenprüfen verringern das Risiko.
Inferenz #
Das Benutzen eines fertigen KI-Modells – also das Beantworten einer Anfrage.
Inferenz ist der Moment, in dem ein trainiertes Modell eine Antwort erzeugt. Während Training einmalig sehr teuer ist, fallen Inferenzkosten bei jeder einzelnen Anfrage an – deshalb sind schnelle, sparsame Modelle für Anbieter so wichtig.
KI-Agent #
KI, die selbstständig mehrere Schritte plant und Werkzeuge benutzt, um ein Ziel zu erreichen.
Ein KI-Agent beantwortet nicht nur eine Frage, sondern erledigt Aufgaben: Er sucht im Web, klickt sich durch Webseiten, schreibt und testet Code oder bucht etwas – und entscheidet dabei selbst über die nächsten Schritte. Wichtig sind Kontrollen, weil Fehler sich über viele Schritte summieren können.
Kontextfenster #
Wie viel Text ein Sprachmodell auf einmal berücksichtigen kann.
Das Kontextfenster gibt an, wie viele Tokens ein Modell gleichzeitig „im Blick“ hat – Frage, Verlauf und angehängte Dokumente zusammen. Ein größeres Fenster erlaubt längere Dokumente, kostet aber meist mehr Rechenzeit.
Multimodal #
KI, die mehrere Arten von Eingaben versteht – etwa Text, Bilder, Audio und Video.
Ein multimodales Modell kann zum Beispiel ein Foto beschreiben, gesprochene Sprache verstehen oder aus einer Skizze Code machen. Früher brauchte man dafür getrennte Modelle, heute steckt das oft in einem.
Offene Gewichte / Open Source #
KI-Modelle, deren trainierte Werte frei herunterladbar sind und selbst betrieben werden können.
Bei Modellen mit offenen Gewichten (Open Weights) veröffentlicht der Hersteller die trainierten Parameter. Jeder kann das Modell dann auf eigener Hardware nutzen und anpassen. „Open Source“ im strengen Sinn wäre es erst, wenn auch Trainingsdaten und Code offen sind – das ist selten.
Parameter #
Die gelernten Zahlenwerte eines KI-Modells – ein grobes Maß für seine Größe.
Parameter sind die Stellschrauben, die ein Modell beim Training einstellt. Angaben wie „70 Milliarden Parameter“ beschreiben die Größe. Mehr Parameter heißt oft mehr Können, aber auch mehr Rechenaufwand – kleinere Modelle holen durch bessere Trainingsdaten stark auf.
Prompt #
Die Anweisung oder Frage, die man einer KI gibt.
Der Prompt ist der Text, mit dem man einer KI sagt, was sie tun soll. Klare Ziele, Beispiele und Angaben zum gewünschten Format verbessern die Antwort spürbar.
RAG (Retrieval-Augmented Generation) #
Technik, bei der eine KI vor der Antwort passende Dokumente nachschlägt.
Bei RAG sucht das System zuerst in einer Wissensquelle – etwa Firmendokumenten oder dem Web – nach passenden Stellen und gibt sie dem Sprachmodell mit. So werden Antworten aktueller und nachprüfbarer, ohne das Modell neu zu trainieren.
Reasoning-Modell #
Modell, das vor der Antwort intern Schritt für Schritt „nachdenkt“.
Reasoning-Modelle erzeugen vor der eigentlichen Antwort einen internen Gedankengang. Das hilft bei Mathe, Logik und Programmieren deutlich, kostet aber mehr Zeit und Rechenleistung. Viele Modelle lassen einstellen, wie lange sie nachdenken.
Rechenzentrum #
Gebäude voller Server – dort werden KI-Modelle trainiert und betrieben.
KI-Rechenzentren brauchen Zehntausende Chips, enorme Mengen Strom und Kühlung. Deshalb investieren Tech-Konzerne dreistellige Milliardenbeträge in neue Anlagen und sichern sich Strom, teils sogar aus eigenen Kraftwerken.
Sprachmodell (LLM) #
KI-Programm, das aus riesigen Textmengen gelernt hat, Sprache zu verstehen und Text zu schreiben.
Ein großes Sprachmodell (englisch Large Language Model, LLM) wurde mit sehr vielen Texten trainiert und sagt Wort für Wort vorher, was als Nächstes passt. So kann es Fragen beantworten, Texte schreiben oder übersetzen. Bekannte Beispiele sind GPT, Claude, Gemini oder Llama.
Token #
Kleinste Texteinheit, mit der ein Sprachmodell rechnet – meist ein Wortteil.
Sprachmodelle zerlegen Text in Tokens: ganze Wörter, Wortteile oder Satzzeichen. Im Deutschen entspricht ein Token grob drei bis vier Buchstaben. Preise und Grenzen von KI-Diensten werden oft in Tokens angegeben, zum Beispiel „1 Million Tokens“.
Training #
Der Lernprozess, in dem ein KI-Modell aus Daten seine Fähigkeiten bekommt.
Beim Training verarbeitet ein Modell große Datenmengen und passt dabei seine Parameter an. Das Vortraining großer Sprachmodelle braucht Tausende Grafikchips über Wochen. Danach folgen meist Feinabstimmung und Sicherheitstraining.
Märkte & Wirtschaft
Aktienindex · Aktienrückkauf · Anleihe · Arbeitsmarktbericht · Bitcoin · Bruttoinlandsprodukt · Börsengang · Dividende · ETF · Gewinn je Aktie · Inflation · Leerverkauf · Leitzins · Marktkapitalisierung / Börsenwert · Notenbank / Zentralbank · Prognose / Ausblick · Quartalszahlen · Rendite · Rezession · Stablecoin · Umsatz · Verbraucherpreisindex · Vorbörse / nachbörslich · Zölle · Übernahme
Aktienindex #
Kennzahl, die den Kursverlauf einer Gruppe von Aktien zusammenfasst – etwa DAX oder S&P 500.
Ein Index misst, wie sich ein Marktausschnitt entwickelt. Der DAX enthält die 40 größten deutschen Börsenwerte, der S&P 500 rund 500 große US-Firmen, der Nasdaq 100 vor allem Technologiewerte, der Dow Jones 30 US-Schwergewichte.
Aktienrückkauf #
Eine Firma kauft eigene Aktien an der Börse zurück.
Durch Rückkäufe sinkt die Zahl der Aktien; der Gewinn verteilt sich auf weniger Anteile, der Gewinn je Aktie steigt. Unternehmen nutzen das neben Dividenden, um Geld an Aktionäre zurückzugeben.
Anleihe #
Wertpapier, mit dem Staaten oder Firmen Geld leihen – gegen feste Zinsen.
Wer eine Anleihe kauft, leiht dem Herausgeber Geld und bekommt dafür Zinsen und am Ende das Geld zurück. US-Staatsanleihen heißen Treasuries, deutsche Bundesanleihen kurz „Bunds“. Ihr Zins (die Rendite) ist ein Gradmesser für die ganze Wirtschaft.
Arbeitsmarktbericht (Payrolls) #
Monatliche US-Daten zu neuen Jobs und Arbeitslosigkeit – einer der wichtigsten Börsentermine.
Meist am ersten Freitag im Monat meldet das US-Arbeitsministerium, wie viele Stellen außerhalb der Landwirtschaft entstanden sind („Non-Farm Payrolls“), dazu Arbeitslosenquote und Löhne. Die Zahlen beeinflussen die Zinserwartungen stark.
Bitcoin #
Erste und größte Kryptowährung, begrenzt auf 21 Millionen Einheiten.
Bitcoin ist digitales Geld ohne Zentralbank, dessen Transaktionen in einer öffentlichen Blockchain gespeichert werden. Die Menge ist fest begrenzt; der Kurs schwankt stark und reagiert zunehmend auf Zinsen und Zuflüsse in Bitcoin-ETFs.
Bruttoinlandsprodukt (BIP) #
Wert aller in einem Land erzeugten Waren und Dienstleistungen.
Das BIP ist das wichtigste Maß für die Wirtschaftsleistung. Veröffentlicht wird meist die Veränderung gegenüber dem Vorquartal oder Vorjahr – in den USA oft hochgerechnet aufs Jahr (annualisiert).
Börsengang (IPO) #
Eine Firma bietet erstmals Aktien öffentlich an der Börse an.
Beim Börsengang (Initial Public Offering) sammelt ein Unternehmen Geld bei Anlegern ein und wird öffentlich handelbar. Dafür muss es Zahlen offenlegen und strenge Regeln einhalten.
Dividende #
Gewinnanteil, den ein Unternehmen an seine Aktionäre ausschüttet.
Viele Firmen zahlen einmal im Jahr (in den USA oft vierteljährlich) einen Teil ihres Gewinns an die Aktionäre aus. Die Dividendenrendite setzt die Ausschüttung ins Verhältnis zum Aktienkurs.
ETF #
Börsengehandelter Fonds, der meist einen Index oder einen Rohstoff abbildet.
Ein ETF (Exchange Traded Fund) bündelt viele Wertpapiere, zum Beispiel alle Aktien des DAX, und ist an der Börse handelbar wie eine Aktie. Spot-ETFs auf Bitcoin oder Ether halten die Kryptowährung direkt und machen sie für klassische Anleger zugänglich.
Gewinn je Aktie (EPS) #
Unternehmensgewinn geteilt durch die Zahl der Aktien.
Der Gewinn je Aktie (englisch Earnings per Share, EPS) macht Gewinne vergleichbar, auch wenn Firmen unterschiedlich viele Aktien haben. „Bereinigt“ (non-GAAP) heißt, dass Sondereffekte herausgerechnet wurden.
Inflation #
Anstieg der Preise – das Geld verliert an Kaufkraft.
Die Inflationsrate gibt an, um wie viel Prozent die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind. EZB und Fed zielen auf rund 2 Prozent. Liegt sie deutlich darüber, heben Notenbanken oft die Zinsen an.
Leerverkauf (Short) #
Wette auf fallende Kurse mit geliehenen Wertpapieren.
Leerverkäufer leihen sich Aktien, verkaufen sie und hoffen, sie später billiger zurückzukaufen. Steigt der Kurs stattdessen, müssen viele gleichzeitig zurückkaufen – das kann den Kurs weiter nach oben treiben (Short-Squeeze).
Leitzins #
Zinssatz, zu dem sich Banken bei der Notenbank Geld leihen – beeinflusst alle anderen Zinsen.
Mit dem Leitzins steuern Notenbanken wie EZB und Fed die Wirtschaft: Höhere Zinsen bremsen Kredite und Inflation, niedrigere Zinsen beleben Wirtschaft und Börsen. Zinsentscheide gehören deshalb zu den wichtigsten Terminen an den Märkten.
Marktkapitalisierung / Börsenwert #
Aktienkurs mal Zahl der Aktien – der Wert, den die Börse einer Firma beimisst.
Der Börsenwert ergibt sich aus dem aktuellen Kurs aller Aktien. Die wertvollsten Firmen der Welt – etwa Nvidia, Apple oder Microsoft – kommen auf mehrere Billionen US-Dollar.
Notenbank / Zentralbank #
Staatliche Bank, die für stabile Preise sorgt und die Zinsen festlegt – etwa EZB oder Fed.
Zentralbanken geben die Währung heraus, setzen den Leitzins und sollen vor allem die Inflation im Zaum halten. Für den Euro ist das die Europäische Zentralbank (EZB), für den US-Dollar die Federal Reserve (Fed).
Prognose / Ausblick (Guidance) #
Was ein Unternehmen selbst für die kommenden Monate erwartet.
Viele Firmen nennen Spannen für Umsatz oder Gewinn des laufenden Jahres oder Quartals. Hebt ein Unternehmen seine Prognose an oder senkt sie, reagiert der Kurs oft stärker als auf die eigentlichen Quartalszahlen.
Quartalszahlen #
Umsatz, Gewinn und Ausblick, die börsennotierte Firmen alle drei Monate veröffentlichen.
Börsennotierte Unternehmen berichten vierteljährlich über ihre Geschäfte. Entscheidend ist oft der Vergleich mit dem Vorjahr, der eigenen Prognose und den Erwartungen von Analysten – und der Ausblick auf die nächsten Monate.
Rendite #
Ertrag einer Geldanlage in Prozent – bei Anleihen der aktuelle Zins am Markt.
Bei Anleihen bewegen sich Kurs und Rendite gegenläufig: Fällt der Kurs, steigt die Rendite. Steigende Renditen verteuern Kredite und machen Aktien im Vergleich weniger attraktiv – deshalb reagieren Börsen oft empfindlich darauf.
Rezession #
Phase, in der die Wirtschaftsleistung schrumpft.
Faustregel: Sinkt das Bruttoinlandsprodukt zwei Quartale in Folge, spricht man von einer (technischen) Rezession. Typisch sind steigende Arbeitslosigkeit, weniger Investitionen und fallende Gewinne.
Stablecoin #
Kryptowährung, deren Wert an eine feste Währung wie den US-Dollar gekoppelt ist.
Stablecoins wie USDT oder USDC sollen immer einen Dollar wert sein und sind dafür mit Reserven (etwa Staatsanleihen) gedeckt. Sie dienen im Kryptohandel als „digitaler Dollar“ und werden zunehmend reguliert.
Umsatz #
Alle Einnahmen aus verkauften Waren und Diensten – vor Abzug der Kosten.
Der Umsatz zeigt, wie viel ein Unternehmen verkauft. Er sagt nichts über den Gewinn: Erst nach Abzug von Kosten, Steuern und Zinsen bleibt der Gewinn übrig. Wachstum wird meist am Umsatz gemessen.
Verbraucherpreisindex (VPI/CPI) #
Amtliche Messgröße für die Preisentwicklung eines typischen Warenkorbs.
Statistikämter erfassen jeden Monat die Preise von Lebensmitteln, Mieten, Energie und vielem mehr. Aus dem Verbraucherpreisindex (englisch CPI) wird die Inflationsrate berechnet – eine der am stärksten beachteten Wirtschaftsdaten.
Vorbörse / nachbörslich #
Handel außerhalb der regulären Börsenzeiten.
Viele Firmen veröffentlichen Zahlen vor Börsenbeginn oder nach Börsenschluss, damit Anleger Zeit zum Einordnen haben. Der Handel in dieser Zeit ist dünner, Kurse schwanken deshalb oft stärker.
Zölle #
Abgaben auf eingeführte Waren – Werkzeug der Handelspolitik.
Zölle verteuern Importe, schützen heimische Hersteller und dienen als Druckmittel in Verhandlungen. Für Unternehmen und Verbraucher steigen dadurch oft die Preise; Handelsstreits sorgen an den Börsen regelmäßig für Unruhe.
Übernahme #
Ein Unternehmen kauft die Mehrheit oder alle Anteile eines anderen.
Bei einer Übernahme bietet der Käufer den Aktionären meist einen Aufschlag auf den Börsenkurs. „Feindlich“ nennt man sie, wenn das Management des Ziels das Angebot ablehnt. Kartellbehörden müssen große Übernahmen oft genehmigen.