Agreement Analyzer unterstützt die Prüfung von Vertragsentwürfen. Dafür können Anwältinnen und Anwälte einen Entwurf, ausgewählte Präzedenzfälle, einen Leitfaden mit Positionen der Kanzlei und ihrer Mandanten sowie Informationen zur Marktüblichkeit bereitstellen. Das Werkzeug vergleicht Vertragsklauseln und führt mehrere Prüfrunden aus unterschiedlichen Perspektiven durch.
Als Ergebnis erstellt Agreement Analyzer ein Memorandum und Änderungsvorschläge im Änderungsmodus. Die Anwältinnen und Anwälte können diese prüfen, anpassen oder ablehnen. Spezialisierte KI-Agenten untersuchen laut OpenAI unter anderem Abweichungen von der Marktüblichkeit, die Verteilung von Risiken, Wechselwirkungen zwischen Klauseln und mehrdeutige Formulierungen.
Die Ergebnisse können weiter hinterfragt werden. Dabei lassen sich Feststellungen bestätigen oder verwerfen; bleibt ein Punkt ungeklärt, kann er mit entsprechenden Vorbehalten als nicht verifiziert gekennzeichnet werden. Die juristischen Fachleute können die Begründungen und herangezogenen Präzedenzfälle einsehen. Das Werkzeug liefert damit Vorschläge und Erläuterungen, während die Prüfung und Bearbeitung bei den Anwältinnen und Anwälten bleibt.
Sullivan-&-Cromwell-Partner John Savva entwickelte zunächst mit Codex einen Prototyp für eine einzelne Person. Anschließend arbeitete er mit OpenAI daran, die Qualität der Ergebnisse zu verbessern, parallele Verarbeitung zu ermöglichen und die Nutzung durch mehrere Anwältinnen und Anwälte zu unterstützen. Die Kanzlei untersucht außerdem weitere Werkzeuge für konkrete juristische Aufgaben. Savva nennt die Reasoning-Fähigkeiten von GPT‑6 Astra als Fortschritt.
