Die Selbstkontrolleinrichtungen gaben den Abschluss am 14. Oktober 2026 in Berlin bekannt. Im Modellversuch entwickelten FSF und FSM erstmals verbindliche Qualitätskriterien für automatisierte und KI-gestützte Systeme zur Bewertung von Inhalten im Jugendmedienschutz. Geprüft wurde laut RTL Deutschland nicht allein die technische Leistung: Auch die Einbindung fachkundiger Mitarbeitender und klarer Prüfabläufe war Teil des Ansatzes.
Ein Element des Tests war der Vergleich von Merm:ai:d-Bewertungen mit Einschätzungen menschlicher Prüfer:innen der FSF und den abschließenden Jugendschutzentscheidungen von RTL Deutschland. RTL Deutschland berichtet von einer hohen Übereinstimmung. Das Unternehmen betont zugleich, dass Fachleute weiterhin beteiligt bleiben: Die KI soll Inhalte analysieren und die Altersbewertung unterstützen, aber keine menschlichen Entscheidungen oder die rechtliche Verantwortung ersetzen.
RTL Deutschland entwickelte Merm:ai:d 2024, um große Mengen audiovisueller Inhalte automatisiert auszuwerten und Jugendschutz-Teams zu unterstützen. Nach Angaben des Unternehmens wird das System inzwischen auf weitere Einsatzbereiche ausgeweitet. Dazu zählen die Prüfung von Werbung unter dem Namen Merm:ai:d Ads, Audioanalysen und zusätzliche Content-Bereiche. Außerdem bereitet RTL Deutschland den Einsatz im erweiterten RTL- und Sky-Portfolio vor.
Mit dem Ende des Modellversuchs soll ein dauerhaftes Zertifizierungsverfahren für weitere Anbieter entstehen. FSF und FSM wollen künftig automatisierte und KI-gestützte Bewertungssysteme zertifizieren. Die Prüfung von Merm:ai:d bildet damit den ersten abgeschlossenen Fall dieses Modellversuchs; konkrete Angaben zu weiteren zertifizierten Systemen oder zum Zeitplan des Verfahrens liegen in den veröffentlichten Informationen nicht vor.
