Die Unternehmen haben eine Letter of Intent unterzeichnet. Damit vereinbaren sie zunächst, mögliche Standorte und die Umsetzbarkeit zu prüfen. Geplant sind Machbarkeitsstudien, Standortbewertungen und ein Rahmen für die Projektdurchführung. Konkrete Standortkriterien stehen laut X-energy und Talen noch nicht fest. Untersucht werden soll auch, ob bestehende Anlagen zur Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern auf Kernenergie umgestellt werden können. Dabei könnten vorhandene Infrastruktur, Netzanschlüsse und Arbeitskräfte genutzt werden.
Die Absichtserklärung bezieht sich auf mindestens drei Xe-100-Anlagen mit jeweils vier Reaktoren. Der Xe-100 ist ein Hochtemperatur-Gasreaktor mit einer Leistung von 80 Megawatt. X-energy gibt an, dass solche Kraftwerke mit vier bis zwölf Reaktoren geplant werden können. Jeder Reaktor kann demnach nach seiner Fertigstellung unabhängig von den anderen in Betrieb gehen. So ließe sich die zusätzliche Stromerzeugung schrittweise um einzelne Einheiten erweitern.
X-energy und Talen nennen den wachsenden Strombedarf durch die Rückverlagerung von Industrieproduktion, Rechenzentren und die Elektrifizierung als Anlass für ihre Prüfung. Die geplanten Reaktoren sollen grundlastfähige Stromkapazität im PJM-Markt ergänzen. PJM ist eine regionale Netzorganisation, die den Strommarkt und das Übertragungsnetz in Teilen der USA koordiniert. Die Unternehmen prüfen, wie die Xe-100-Technologie zu den Anforderungen des regionalen Stromnetzes und großer gewerblicher Abnehmer passen könnte.
Nach Angaben von X-energy erlaubt das Reaktordesign den Einsatz von Luftkühlung, wodurch der Wasserverbrauch sinken soll. Das Unternehmen sieht darin auch mehr Spielraum bei der Standortwahl im Vergleich zu herkömmlichen Reaktoren. Diese Eigenschaften gehören zu den Punkten, die für die möglichen Projekte relevant sein könnten; die Vereinbarung selbst legt aber noch keine konkreten Standorte oder Bauentscheidungen fest. Der nächste Schritt besteht in den vereinbarten frühen Entwicklungsarbeiten. Ob daraus Vorhaben werden, ist damit noch nicht entschieden.
