Alex Garlands Film aus dem Jahr 2018 erzählt von einer Expedition in ein Gebiet, das als „Shimmer“ bekannt ist. Die von Natalie Portman gespielte Genetikerin Lena gehört zum Team, das dort nach Antworten sucht. Mit ihr reist unter anderem eine Figur, die Oscar Isaac spielt. Im Zentrum steht eine außerirdische Intelligenz, die sich in der Umwelt ausbreitet und sich der menschlichen Kontrolle entzieht.
Im Shimmer werden elektromagnetische Wellen und DNA verändert und neu angeordnet. Die Auswirkungen zeigen sich bei Pflanzen, Tieren und Menschen: Ihre Merkmale verändern sich auf unvorhersehbare Weise. Die Intelligenz kann außerdem Menschen klonen. Dadurch entsteht im Film die Möglichkeit, dass sie auch außerhalb des Shimmer in menschlichen Körpern fortbesteht.
Der Film lässt offen, welche Form des Aussterbens der Menschheit bevorsteht. Eine Möglichkeit ist, dass Menschen verschwinden, während eine andere Spezies ihren Platz einnimmt. Eine zweite wäre das vollständige Ende der Menschheit. Diese Unterscheidung verbindet die Handlung mit Debatten über Zukunftsvorstellungen, in denen das Fortbestehen der Menschheit unterschiedlich bewertet wird.
Eine weitere Lesart setzt bei der Kommunikationstheorie des französischen Philosophen und Wissenschaftshistorikers Michel Serres an. Serres beschreibt Interaktionen als Prozesse, in denen stets Störungen und Rauschen vorkommen. Dazu zählen etwa technische Fehler, Ablenkungen oder Veränderungen der Umgebung. Die Veränderungen im Shimmer lassen sich vor diesem Hintergrund als eine radikale Form solcher Störungen verstehen: Sie greifen in die grundlegenden Muster des Lebens ein. Der Film stellt damit nicht nur die Frage, ob eine fremde Intelligenz Menschen bedroht, sondern auch, wie Veränderungen und Störungen die Bedingungen des Lebens umformen können.
