OpenAI veröffentlichte die Angaben am 8. Oktober 2026. Das Unternehmen erklärt, seit Anfang 2024 insgesamt 30 verdeckte Einflussoperationen aufgedeckt zu haben. Die russische Operation stufte OpenAI auf einer Skala von 1 bis 6 in Kategorie 5 ein. Für das Veröffentlichen von Artikeln durch die iranische Operation vergab OpenAI Kategorie 4, für deren Kommentare in sozialen Medien Kategorie 2.
Die russische Aktivität mit dem Namen „Dark Clark“ ging laut OpenAI von einem Cluster russischer ChatGPT-Konten aus, die VPNs verwendeten. Im Fokus standen Zielgruppen in Lateinamerika, darunter Themen rund um die Ukraine sowie die Innenpolitik Argentiniens und Boliviens. Die Beteiligten schienen das Social Research Center (SRC) über die erfundene Figur Mia Clark zu kontrollieren. OpenAI identifizierte weit über 60 Artikel des SRC. Beschäftigte vor Ort schienen nach Einschätzung des Unternehmens nichts von der russischen Verbindung zu wissen.
Interne Berichte der russischen Operation beschrieben laut OpenAI Versuche, Falschmeldungen zu verbreiten, darunter Behauptungen über Schulen in Peru und Ecuador. Ähnliche Inhalte seien teilweise auch öffentlich aufgetaucht und hätten Faktenchecks oder offizielle Reaktionen ausgelöst. OpenAI weist zugleich darauf hin, dass die Beteiligten Ereignisse für sich beanspruchten, die sie möglicherweise nicht verursacht hatten.
Die iranische Operation „Bogus Bylines“ verwendete laut OpenAI ebenfalls VPNs. Sie erzeugte Inhalte auf Persisch und Englisch und nutzte sieben erfundene journalistische Namen: Ervin B. Hoskins, Noah Lamington, Sophia Gonzalez, Michael Harrison, Ericka Feusier, Jenny Williams und Alice Johnson. OpenAI identifizierte fast 100 Artikel, die über ungefähr ein Dutzend Online-Angebote veröffentlicht oder weiterverbreitet wurden. Der früheste identifizierte Artikel stammte aus Juli 2025, der jüngste aus Oktober 2026. Zusätzlich produzierte die Operation Serien von Kommentaren in sozialen Medien, überwiegend zum Konflikt zwischen den USA und Iran. Die identifizierten Kommentare erzielten laut OpenAI meist wenig Resonanz. Das Unternehmen teilte Informationen zu beiden Fällen mit zuständigen Behörden und zum iranischen Fall auch mit Partnern aus der Branche.
