Rothemund ist Professor an der Universität Stuttgart und wird dort künftig die W3-Professur für Soft Robotics für autonome und biomedizinische Systeme innehaben. Mit seiner Berufung sind zwei der drei Gründungsdirektionen von connAIx besetzt. Die erste übernahm im Juni die Tübinger Professorin Veronika Eyring. Gemeinsam sollen beide den Aufbau der Einrichtung leiten; die dritte Besetzung steht noch aus.
Das Forschungs- und Graduiertenzentrum für angewandte Künstliche Intelligenz wurde im Januar 2026 vom Land Baden-Württemberg mit Unterstützung der Dieter Schwarz Stiftung gegründet. Beteiligt sind die Universitäten Stuttgart und Tübingen sowie das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Die Partner wollen ihre KI-Forschung bündeln und mit Unternehmen zusammenarbeiten, um Forschungsergebnisse in praktische Anwendungen zu überführen. Zugleich soll das Zentrum die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses stärken.
Inhaltlich setzt connAIx auf angewandte KI in Bereichen mit hohem Wachstumspotenzial. Genannt werden Chipdesign, Robotik und Cybersicherheit. Rothemunds Forschung verbindet Mechanik, Materialwissenschaft und Robotik. Er untersucht funktionale weiche Materialien, die auf Temperatur, Feuchtigkeit oder elektrische Felder reagieren. Mit seinem Team entwickelt er Materialstrukturen, die in künftigen Soft-Robotics-Systemen etwa als Aktoren, Sensoren, Steuerungen oder Energiequellen dienen könnten.
Anders als bei vielen herkömmlichen Robotern, die typischerweise Aluminium, Stahl oder Kohlefaser nutzen, stehen bei Rothemund weiche, teils von biologischen Vorbildern inspirierte Materialien wie Gummi im Mittelpunkt. Mit dem Zentrum sollen Forschende der drei Partnereinrichtungen interdisziplinär zusammenarbeiten und Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ausbilden. Die Universität Stuttgart beschreibt Rothemunds Berufung zugleich als Möglichkeit, die langfristige Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie in Baden-Württemberg voranzubringen.
