Die Europäische Rundfunkunion (EBU) hat Fachleute aus verschiedenen Ländern zu einer Tagung im Medienzentrum des Südwestrundfunks eingeladen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie öffentlich-rechtliche Sender junge Menschen in einer digitalen Medienwelt erreichen und zugleich unabhängiger von großen Plattformen werden können. Die Teilnehmenden beraten außerdem darüber, wie Sender Erfahrungen austauschen und gemeinsame Antworten auf Veränderungen der Mediennutzung entwickeln können.
Auf die laufende Tagung folgt am 14. und 15. Oktober das EBU Audio & Radio Futures Forum, bei dem die ARD als Gastgeberin auftritt. Das jährlich stattfindende Treffen bringt Verantwortliche für Innovation und Strategie aus den Radio- und Audiobereichen öffentlich-rechtlicher Sender zusammen. Beteiligt sind Fachleute aus Europa sowie aus Kanada und Australien. Das Programm wird gemeinsam gestaltet; die Teilnehmenden bringen eigene Fragen und Themen ein. Das Forum trug früher den Namen „New Radio Day“.
Ein Programmpunkt widmet sich dem Einsatz von KI in Audioprodukten. Die Journalistin Marie Kilg soll erläutern, in welchen Bereichen KI die Entwicklung solcher Angebote voranbringt und wo Erwartungen der tatsächlichen Entwicklung vorauslaufen. Sie hat KI-gestützte Audiofunktionen bei Amazon Alexa entwickelt und zuletzt die KI-Strategie der Deutschen Welle verantwortet. Auch mögliche Folgen für Tätigkeiten, Rollen und Strukturen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sind Thema.
Ein weiterer Workshop befasst sich mit digitalen Plattformen und deren Einfluss auf die Medienwelt. Maxi-Josephine Rauch von der Bauhaus-Universität Weimar untersucht, welche Aufgaben öffentlich-rechtliche Medien in einem Umfeld mit Desinformation, Verzerrungen und kommerziellen Algorithmen übernehmen können. Dabei geht es auch um die Frage, ob Rundfunkangebote Orte für Debatten schaffen können, die private Plattformen nicht bereitstellen. Höhepunkte beider Tagungen sollen anschließend als Video on Demand und über die Social-Media-Kanäle von SWR und EBU abrufbar sein.
