Architect Financial Technologies hat Liquid Inference als Router und Marktplatz für LLM-Inferenz gestartet. Entwickler senden laut Architect Anfragen über eine OpenAI- oder Anthropic-kompatible API. Anbieter geben Angebote für bestimmte Modelle ab; bei jeder Anfrage konkurrieren die Anbieter, die das angefragte Modell bereitstellen. Den Zuschlag erhält das günstigste Angebot, das die Regeln des Käufers erfüllt.
Vor dem Start der Generierung wird der maximale Preis festgelegt. Abgerechnet wird die gemessene Nutzung. Käufer können pro Auftrag Kostenobergrenzen, eine maximale Zeit bis zum ersten Token und eine Mindestdurchsatzrate vorgeben. Weitere Regeln betreffen erlaubte Regionen, Zero Data Retention sowie Freigabelisten für Anbieter und Modelle. Ein Auto-Modus soll das passende Modell für eine Aufgabe auswählen.
Kontoinhaber können nach Angaben von Architect aktuelle Orderbücher, Angebote nach Anbieter und Modell sowie abgeschlossene Transaktionen einsehen. Der Dienst ist laut Produktbeschreibung mit Werkzeugen wie Claude Code, Codex, OpenCode, Cursor, Pi und Cline kompatibel. Die ersten 500 Nutzer sollen nach Angaben von Harrison 20 US-Dollar an kostenloser Inferenz erhalten. Ein Empfehlungsprogramm schreibt laut Harrison 20 Prozent der Gebühren geworbener Nutzer als Inferenzguthaben gut; für Empfehlungen über eine zweite Ebene sind es 10 Prozent.
Auch Anbieter können sich über die Liquid-Inference-App registrieren. Eine REST- und eine WebSocket-API dienen dazu, Modelle und Preise einzutragen. Anbieter können ihre Angebote an die eigenen Kosten anpassen und laut Architect freie GPU-Kapazität nach eigenem Ermessen anbieten. Auszahlungen laufen über Stripe; für einzelne Aufträge gibt es laut Produktbeschreibung aufgeschlüsselte Abrechnungsdaten. Architect nennt keine veröffentlichten Angaben zu Gebühren, teilnehmenden Anbietern oder Latenz. Das Unternehmen betreibt außerdem die AX-Perpetual-Futures-Börse und erwarb im Mai 2026 einen US Designated Contract Market, um GPU-Compute-Futures anzubieten; die dafür nötige regulatorische Prüfung steht laut Bericht noch aus.
