Die neuen Partner kommen aus mehr als 15 Ländern. Mit ihnen sind unter anderem die Bereiche Energieversorgung, Wasser, Gesundheitswesen, Kommunikation und Hardware vertreten. Viele der Organisationen betreuen Software, auf die zahlreiche weitere Einrichtungen weltweit angewiesen sind, darunter auch Regierungen. Anthropic schätzt, dass ein schwerer Angriff auf die Codebasen der meisten Partner mehr als 100 Millionen Menschen betreffen könnte.
Project Glasswing soll kritische Software schützen. Die Partner setzen Claude Mythos Preview ein, um Sicherheitslücken aufzuspüren und Patches zu schreiben sowie Software vor der Veröffentlichung zu prüfen. Zu den genannten Anwendungen gehören außerdem Penetrationstests, automatisierte Bedrohungserkennung und die Modernisierung älterer Codebasen. Voraussetzung für den Zugang ist, dass die Organisationen Anthropics Sicherheitsanforderungen erfüllen.
Die erste Gruppe mit etwa 50 Partnern erhielt Anfang April Zugang zu Claude Mythos Preview. Beim Einsatz zur Suche nach Schwachstellen fanden diese Organisationen laut Anthropic mehr als 10.000 Sicherheitslücken mit hohem oder kritischem Schweregrad. Das Unternehmen sieht inzwischen vor allem die Prüfung, Offenlegung und Behebung der vielen durch fortgeschrittene KI entdeckten Schwachstellen als Engpass.
Anthropic hat außerdem Claude Security veröffentlicht. Das Produkt nutzt öffentlich verfügbare Frontier-Modelle wie Claude Opus 4.8, um Codebasen zu untersuchen und Patches vorzuschlagen. Für vertrauenswürdige Sicherheitsteams stellt Anthropic auch Werkzeuge bereit, die eigens für Project Glasswing entwickelt wurden. Das Unternehmen plant, das Projekt weiter auszubauen und dabei zusätzliche Anbieter kritischer Infrastruktur sowie Maintainer wichtiger Open-Source-Software einzubeziehen. Separat will Anthropic sein Cyber Verification Program vergrößern, damit weitere Organisationen Mythos-Klasse-Fähigkeiten für bestimmte Aufgaben der Cyberabwehr nutzen können.
